Vogelgrippe: WHO-Rahmenvertrag sichert Weitergabe von Proben

Entwicklungsländer befürchteten zu hohe Preise bei Impfstoffen

(pte/ehj) Genf – Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) http://www.who.int hat einen Rahmenvertrag abgeschlossen um sicherzustellen, dass alle Länder Proben des H5N1-Virus weitergeben. Indonesien und China waren bisher bei der Bereitstellung eher zögerlich. Es bestanden Befürchtungen, dass die hergestellten Impfstoffe zu teuer sein könnten. Der Rahmenvertrag zielt darauf ab, dass ein aktueller Impfstoff hergestellt werden kann und dass die betroffenen Länder sich diesen auch leisten können.

Die ersten Informationen über den neuen Vertrag wurden öffentlich, als Vietnam den ersten Fall von Vogelgrippe bei einem Menschen seit November 2005 meldete. Ein WHO-Sprecher erklärte in Vietnam, dass Proben des Virusstammes zur Analyse an die angeschlossenen Labore geschickt werden. Für die Wirksamkeit eines neuen Impfstoffes ist entscheidend, dass er auf den letzten Virusstämmen aufbaut.

Indonesien, eines der am meisten betroffenen Länder, begann erst vor kurzem wieder, die letzten Virusproben zu teilen. Zuvor war die Weitergabe seit Dezember blockiert worden. Argumentiert wurde damit, dass die Pharmaunternehmen die Proben für einen kommerziellen Impfstoff nutzen würden, der außerhalb der finanziellen Möglichkeiten des Landes liegt. Gesundheitsminister Siti Fadillah Supari erklärte vergangene Woche, dass die Entwicklungsländer einen fairen Anteil an den wirtschaftlichen Erfolgen beanspruchten, die durch die zur Verfügung gestellten Proben ermöglicht würden. Margaret Chan, die Generaldirektorin der WHO, hatte Länder, die sich geweigert hatten rechtzeitig Proben zur Verfügung zu stellen, beschuldigt, sie behinderten den Kampf gegen eine mögliche Pandemie.

Am Dienstag berichtete Ghana, dass ein zweiter Fall von Vogelgrippe in einiger Entfernung vom ersten Fall bestätigt wurde. Die erste Erkrankung war Anfang Mai festgestellt worden. Seit das Virus Ende 2003 in Südostasien erstmals auftauchte, sind weltweit mehr als 180 Menschen gestorben. Indonesien war mit mehr als 70 Opfern am stärksten betroffen. Wissenschaftler fürchten immer wieder, dass das Virus so mutieren könnte, dass es leicht von einem Menschen zum anderen übertragen werden kann und so eine Pandemie auslöst.